Die Geschichte der Jeans
Egal ob modebewusst, oder Fashion-ignorant: ein jeder Schrank verfügt über leidenschaftlich geliebte Jeans, die in den verschiedensten Waschungen und Stadien der Zerstörung zu finden sind. Denn eins steht fest: kein Beinkleid ist so beliebt wie diese robuste Nietenhose! Leider wissen nur wenige um den spannenden Anfang dieser genialen Erfindung…

Foto: Vivian Chen via Flickr, cc-Lizenz
Die Geschichte der Jeans reicht bis in den Anfang des 17. Jahrhunderts zurück. Damals wurde nämlich der Jeansstoff in der französischen Stadt Nimes entwickelt. Man gab ihm den Namen „Serge de Nimes“, der heutzutage als Denim bekannt ist. Gute zweihundert Jahre später entdeckte ein Franke das riesige Potential dieses Stoffes und patentierte seine spektakuläre Erfindung, was schwere Folgen für die Mode haben sollte… 1853 fertigte der nach San Francisco ausgewanderte Levis Strauß die ersten strapazierfähigen Baumwollhosen aus brauner Zeltplane. Was damals für amerikanische Goldgräber gedacht war, sollte schon bald darauf auch internationalen Erfolg genießen.
Die erste wirkliche Jeans wurde 1870 hergestellt, als zum ersten Mal dicke gelbe Nähte und Nieten verwendet wurden, um den widerstandsfähigen Stoff zusammenzuhalten. Die Idee, die Nähte mit Nieten zu verstärken hatte der polnische Schneider Jacob Davis, dem aber das Geld dafür fehlte, ein Patent anzumelden. Er wandte sich also an Levis Strauss, der etwa zur gleichen Zeit seine Hosen aus blauem Denimstoff zu fertigen begann…
Die typisch blaue Färbung erhielt der Stoff von einem aus der italienischen Stadt Genua stammenden Färbemittel. Aus der französischen Form des Städtenamens „Gênes“ machte die amerikanische Umgangssprache den Begriff Jeans und so entstand der Name unserer heutigen Blue Jeans.
Mittlerweile erfreute sich die Jeans immer größerer Beliebtheit und wurde von Farmern, Cowboys und Holzfällern getragen. Bis 1930 kannte man im Jeansbereich hauptsächlich Hosenträger, bis sie dann endlich auch durch den Gürtel ersetzt wurden. In Deutschland wurde die erste Jeans erst 1948 von der Kleiderfabrik L. Hermann aus dem schwäbischen Künzelsau hergestellt. Die schwäbische Kleiderfabrik firmierte nach zehn Jahren Jeansproduktion in die bis heute beständige Marke Mustang um, inspiriert vom Spirit des Wilden Westens mit den Cowboys und wilden Pferden. Bisher wurde die Jeans nur von Männern getragen, Mustang aber produzierte 1953 die erste Jeans auch für das schwächere Geschlecht und stellte 1955 die erste europäische Cordjeans her. Die erste sagenhafte Stretchjeans brachte Mustang weltweit auf die Überholspur.
1968 wurden die Hosen erstmalig in einen speziellen Backofen geschoben und somit wurde die ewig haltbare Bügelfalte „Hermannhose Normstabil“ erfunden. Als die deutschen Athleten 1972 für die Olympiade in München mit Mustangprodukten eingekleidet wurden, erreichte die Jeans in den 70er Jahren den Kultfaktor Nr. 1.
Zehn Jahre später wurden die ersten Jeans mit Bimsstein und Enzymen gewaschen und so erhielten sie die populäre „Stone Washed“ Optik und einen weicheren Griff. Die Jeans hat seit dem die modische Besonderheit, dass sie mit den Jahren zunehmend attraktiver wird, indem das Leben selbst seine Spuren und Falten in der Jeans hinterlässt, die gleichsam wie Narben vom Alltag des Trägers zeugen…
Mittlerweile hat man sich Jeans nämlich als Modeobjekt vorzustellen und ähnlich einer zweiten Haut kann die Jeans zum Ausdruck der Persönlichkeit des Trägers werden. Als Symbol des American way of life galt sie Anfang der 60er Jahre für die Jugend als Zeichen des Protests gegen Tradition und Autorität. In den 70ern wurde sie durch die Hippie-Bewegung mit Blumenmustern verziert und in den 80ern hatte sie einen sehr hoch sitzenden Bund und zugleich engen Schnitt am Unterkörper. In den 90ern verschwanden die Röhrenjeans und so kamen die traditionsreichen Jeanshersteller in eine schwere Krise, da die Jugendmode sich eher auf Baggy Pants konzertierte. So gründeten viele Jeanshersteller Zweitlabel, um mit diesem Trend mitzuhalten.
Aktualisiert am 28. Januar 2010

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